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Der Artikel von Frank U. Hess kritisiert die zunehmende Überkomplexität von Compliance‑Prozessen in der Instandhaltung. Während Compliance grundsätzlich Risiken, Fehlverhalten und rechtliche Konsequenzen mindern soll, führt sie in der Praxis häufig zu Entscheidungsdiffusion, langen Abstimmungszyklen und erhöhten Kosten. Hess illustriert das Problem anhand eines konkreten Praxisbeispiels: Der Austausch einer defekten Schmutzwasserpumpe, der technisch in Minuten entschieden werden könnte, aber durch ein umfassendes Management‑of‑Change‑Verfahren sechs Fachabteilungen einbindet und drei Monate dauert. Die Verzögerung verursacht zusätzliche Reparaturkosten, Produktionsausfälle und ein erhöhtes Risiko. Der Autor argumentiert, dass starre, einheitliche Prozesse nicht alle Risikogehaltigkeiten abbilden können. Stattdessen sollten risikogerechte Prinzipien, klare Entscheidungsrechte und abgestufte Freigabeverfahren (Fast‑Track für geringes Risiko) eingesetzt werden. Prinzipien geben Orientierung, während Regeln nur für Ausnahmefälle gelten sollten. Zudem fordert er eine Kultur, in der konstruktiver Dissens und persönliche Verantwortung gefördert werden. Als weiterführende Lektüre empfiehlt Hess seinen Wirtschaftsroman „Die Entscheidung“, der die Lücke zwischen Wissen und Handeln thematisiert. Abschließend betont er, dass intelligente Compliance – risikogerechte Leitplanken, kurze Eskalationswege und persönliche Verantwortung – die Grundlage für schnelle, qualitativ hochwertige Entscheidungen in der Instandhaltung bildet.
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Compliance als zweischneidiges Schwert in der Instandhaltung
Analyse, warum Compliance zwar Schutz bietet, aber durch Angst vor persönlicher Haftung und übermäßige Verfahren zu Entscheidungsdiffusion führt.